Cristóbal Balenciaga

Spanien (* 1895 Getaria; † 1972 Xàbia)

Sie wissen, dass Cristóbal Balenciaga ein weltberühmter Mode- und Uhrendesigner war, der das 20. Jahrhundert ästhetisch mit prägte, haben aber ansonsten nicht viele Informationen über ihn? Dies ist keine Überraschung, denn Balenciaga machte aus seiner Person und seinem Privatleben stets ein Geheimnis – und sich selbst so zum Mythos. Er gehörte zu den einflussreichsten Modeschöpfern der Pariser Modeszene und gilt vielen noch heute als Verkörperung von Eleganz und Stil und absoluter Meister des perfekten Looks.

Herkunft und Anfänge

Balenciaga erblickte am 21. Januar des Jahres 1895 das Licht der Welt. Sein Vater war ein einfacher baskischer Fischer und seine Mutter arbeitete als Näherin für die spanische Markgräfin Marquesa de Casa Torres. Inspiriert durch seine Mutter und gefördert durch die Markgräfin konnte Balenciaga ab 1907 eine Schneiderlehre in San Sebastián machen. Schon 1911 wurde er – ebenfalls in San Sebastián – zum Designer für anspruchsvolle Damenmode. Durch diese Tätigkeit reiste er häufig nach Paris, der unangefochtenen Hauptstadt der internationalen Haute Couture. Im Jahr 1918 gründete der sein eigenes Unternehmen mit Namen Balenciaga y Compañia und 1919 seinen eigenen Scheidersalon, wiederum mit finanzieller Förderung durch die Markgräfin. Dort bot er gehobene Mode für Damen an. Durch sein unermüdliches Arbeiten, sein geschäftliches und kreatives Talent und seine Erfolge schlossen sich ihm weitere Salons aus Barcelona und Madrid an. Schon 1924 benannte der seine Firma in Cristóbal Balenciaga um. Sein Kundenstamm umfasste schon damals Persönlichkeiten von erlesenem Geschmack, auch Damen aus der spanischen Königsdynastie. Drei Jahre später begründete er sein Geschäft Eisa Costura in San Sebastián, dessen Namen vom Geburtsnamen seiner Mutter inspiriert war.

Der politische Umsturz erzwingt geschäftliches Umdenken

Im Jahre 1931 kam die spanische Monarchie zu Fall. In der Folge verliessen viele reiche Spanier das Land – und mit ihnen viele Kundinnen. Balenciaga musste Konkurs anmelden. Aber schon im Jahr darauf startete er mit seinem Modesalon erneut, wiederum mit Zweigstellen in Madrid und Barcelona. Doch 1936 begann der spanische Bürgerkrieg. Vergeblich versuchte er, in London Fuss zu fassen, und kam schliesslich wieder nach Paris. Im Jahr darauf zeigte er dort zum ersten Mal seine Haute-Couture-Mode. Seine Firma hiess nun Balenciaga SARL – seine spanischen Salons musste er schliessen. Balenciagas neuer Pariser Salon fand in der Pariser Avenue George V. seine Heimstatt. Seine Designschöpfungen zeichneten sich durch Eleganz, aber auch durch selbstbewusste Strenge aus. Damit entsprach seine Mode genau dem Zeitgeist der neuen Frau. Auch Berühmtheiten liessen sich von ihm einkleiden, z. B.:

König der Mode-Welt

Seit den 1950er Jahren stand der Name Balenciaga für den Inbegriff von aktueller, selbstsicherer und echter Eleganz. Da er sich davor schützen wollte, dass andere Designer seine Entwürfe imitierten, liess er sie grundsätzlich erst einen Monat nach den anderen Modenschauen zeigen. Als Publikum waren ausschliesslich seine Privatkunden und die Einkäufer von Mode vorgesehen. So wie Balenciaga einst von der Markgräfin gefördert wurde, unterhielt er nun eine Freundschaft mit Hubert de Givenchy, die ein Leben lang hielt. Givenchy übernahm von ihm auch seine Vorgehensweise bei den Modeschauen.

Im Jahr 1958 wurde Balenciaga zum Ritter Ehrenlegion. Keine Geringere als Coco Chanel sah in ihm den einzig wahren Modedesigner. Aber schon 10 Jahre später gab Balenciaga seinen Rückzug aus der Modeszene bekannt. Seine Firma wurde geschlossen, lediglich die Parfums waren weiterhin erhältlich. Sein letztes Werk war das Hochzeitskleid der Enkelin des spanischen Diktators Franco 1972.

Am 23. März desselben Jahres erlitt er im Urlaub in Xàbia einen tödlichen Herzinfarkt. Balenciaga blieb als öffentlichkeitsscheuer Modezar in Erinnerung, der keine Interviews gab. Es gibt in Spanien sogar ein Museum, das sich dem Leben und Werk des Designers widmet.

Bekannteste Uhren: Givenchy

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