Fritz Glarner

Der schweizerisch-amerikanische Maler Fritz Glarner wurde am 20. Juli 1899 in Zürich geboren und starb am 18. September 1972 in Locarno. Als einer der wichtigsten Vertreter des Abstrakten Expressionismus schuf er unvergessliche Werke, die in bedeutenden Ausstellungen gezeigt wurden. Zu seinen Arbeiten gehören auch schlichte, aber unverwechselbare Uhren. Glarners künstlerische Wurzeln im Bauhaus sind in weiten Teilen seines Werkes erkennbar.

Kindheit und künstlerische Ausbildung

Fritz Glarners Vater war Mühlenkonstrukteur. Die ersten Kindheitsjahre verlebte Glarner in Neapel und in Frankreich. Seinen künstlerischen Werdegang begann er etwa zeitgleich mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges: Glarner studierte ab 1914 Malerei in Neapel am „Regio Istituto di Belle Arti“. In Sarno arbeitete er ab 1917 als Zeichenlehrer. Sechs Jahre später emigrierte er nach Frankreich und vollendete 1926 seine Ausbildung an der „Académie Colarossi“. In Paris nahm Glarner Kontakt zu Künstlern der angesagten Avantgarde auf.

Im Jahr 1928 heiratete Glarner seine Freundin Louise Wonsky Powell, die aus Amerika stammte. Mit ihr zusammen begab er sich von 1930 bis 1931 auf eine ausgedehnte Studienreise durch die USA. Hier lernte er wichtige Sammler und Künstler kennen, z. B. Piet Mondrian und andere Mitglieder der Gruppe „De Stijl“. Piet Mondrian wurde einer der wichtigsten Einflüsse für Glarners Stil und Werk. Wieder in Paris, trat der junge Künstler 1933 der Abstraction-Création-Gruppe bei. Mit ihr zusammen stellte er seine Werke aus. Ab 1935 verbrachte er wieder einige Zeit in Zürich. Im Jahr 1936 zog das Ehepaar Glarner dann in die USA und 1944 wurde Fritz Glarner amerikanischer Staatsbürger.

Glarner und der Abstrakte Expressionismus

Glarner wird dem Abstrakten Expressionismus und den Zürcher Konkreten zugerechnet. Diese Gruppen berufen sich auf die Bauhaus-Bewegung, die mit klaren, praktischen Formen arbeitete und das Design und die Ästhetik der Funktionalität anzupassen wünschte. Der Uhrendesigner Max Bill gehörte auch zu den Zürcher Konkreten. Während seiner Zeit in den USA unterhielt Glarner Kontakt zu Bill.

Das Jahr 1936 brachte die Ausstellung „Zeitprobleme in der Schweizer Malerei und Plastik“ im Züricher Kunsthaus. Glarner zeigte hier seine Werke. Ein Jahr später wendete er sich der Künstlergruppe allianz zu. Da Glarner in den USA noch kein großer Star am Himmel der Künste war, musste er der Porträtfotografie nachgehen, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Er malte aber unterdessen ununterbrochen weiter. Zwischen 1938 und 1944 gehörte Glarner der Gruppe „American Abstract Artists“ an. Während der 1940er Jahre entwickelt er seinen eigenen Stil, den er „Relational Painting“ nannte. Dieser zeichnete sich durch eine konstruktiv-konkrete Bildsprache aus.

Im Jahr 1955 nahm Glarner an der documenta 1 in Kassel teil. Zwei Jahr später ging Fritz Glarner nach Huntington auf Long Island, wo er sich eine Wohnung und ein Atelier nahm. In New York malte er große Wandbilder, die u. a. im UNO-Hauptquartier und in Nelson Rockefellers Appartement gezeigt wurden. 1964 und 1968 vertrat er in offizieller Funktion die Schweiz bei der Biennale in Venedig.

Auf seiner Schiffsreise zurück in die USA 1966 ereignete sich ein schwerer Unfall, der es Glarner fast unmöglich machte, weiter zu malen. Im Jahr 1971 zogen Fritz Glarner und seine Frau zurück in die Schweiz, wo der Künstler 1972 starb.

 

Bekannteste Uhren. Omega Art

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