Der russisch-amerikanische Industriedesigner Nathan George Horwitt kam ca. 1898 in Russland zu Welt und starb am 13.06.1990 im US-amerikanischen Stockbridge (Massachusetts). Besondere Berühmtheit erlangte seine weißgoldene Museum Watch mit schwarzem Zifferblatt und einem Kreis aus Weißgold bei 12 Uhr. Diese Museum Watch ist Teil der Dauerausstellung im New Yorker Museum of Modern Art. Das Prinzip des Designs sollte an die älteste bekannte Form der Zeitmessung erinnern: die Sonnenuhr.
Kindheit und Studium
Horwitt wurde zwar in Russland geboren, lernte aber seiner Heimat kaum kennen, denn er emigrierte bereits als Kind mit seinen Eltern in die USA. Er besuchte das City College in New York und studierte an der New York University. Später besuchte er die berühmte Kunstschule in Manhattan, nämlich die Art Students League of New York. Im Ersten Weltkrieg war er Soldat bei der US-amerikanischen Armee.
Für die pharmazeutische Firma E. R. Squibb & Company, die heute zu Bristol-Myers Squibb gehört, war er als Werbetexter tätig; später wurde er hier zum Leiter der Werbeabteilung befördert.
Gegen Ende der 1920er Jahre gründete er eine Firma für Design- und Entwicklungsingenieure. Diese bestand für frei Jahre. Danach entwickelte er Patente und verkaufte sie an andere Manufakturen. Hätten Sie gewusst, dass Horwitt in den 1960er und 70er Jahren einen Biobauernhof in Berkshire County, Massachusetts hatte? Der Designer hatte vielfältige Interessen.
Wichtige Designs von Horwitt
Zu Horwitts Meisterwerken gehört der Beta Chair von 1930, der durch die Verwendung von Stahl und schwarzem, dezentem Polster heute noch modern und zeitgemäß wirkt. Dieser Stuhl befindet sich heute in den Sammlungen des Brooklyn Museums. Insgesamt meldete Horwitt 18 Patente in Amerika an, darunter auch ein rahmenloser Bilderrahmen, der das Bild voll und ganz zu Geltung bringen sollte. Die oben bereits erwähnte Museum Watch von 1947 besticht durch eine dezent-geschmackvolle Verbindung von Schwarz und Silberfarben; eine Uhr, die so modern und avantgardistisch wirkt und gleichzeitig so gediegen und elegant, ist sicherlich selten. Das schwarze Zifferblatt kommt ganz ohne Ziffern aus, die Zeiger sind gleichförmig und sehr schlank. Der silberne Kreis oben bei der 12 setzt den besonderen Akzent des Designs und erinnert an eine Sonnenuhr. Das Original stellte damals die schweizerische Uhrenmanufaktur Vacheron & Constantin-Le Coultre Watches Inc. her. Das gute Stück befindet sich seit 1960 in der Dauerausstellung im Museum of Modern Art. Später ging das Design dann durch die amerikanische Firma Movado in Serie. Auf der Basis dieses Designs entstand in den 1960er Jahren eine Wanduhr, die die Howard Miller Clock Company produzierte.
Politisches Engagement als Freund Israels
Horwitt zählte zu den Unterstützern und Förderern der Staatsgründung Israels. Hierfür diente er als Vorstandsmitglied der American League für a Free Palestine. Für seine diesbezüglichen Verdienste bekam er 1980 die Jabotinsky Medaille aus der Hand des damaligen Premierministers Menachem Begin. Gerüchte besagen, dass Horwitt angeblich zwischen 1945 und 1948 seine Farm in Stockbridge als Trainingslager für die jüdische Untergrundorganisation Irgun zur Verfügung stellte.
Horwitt starb am 13. Juni 1990
Wie sein Sohn berichtete, starb Horwitt eines natürlichen Todes im Schlaf in seinem Haus in Stockbridge.
Bekannte Uhren: Movado
Eine Übersicht über seine Werke finden Sie auf ⬈ eMuseum.ch

