Wer eine Schweizer Taucheruhr für Alltag, Ferien und gelegentliche Abenteuer sucht, landet schnell bei Certina. Unser Test der Certina DS Action zeigt, weshalb: Sie verbindet ein sportliches Auftreten mit Eigenschaften, die bei deutlich teureren Uhren erwartet werden. Entscheidend ist aber nicht allein die Wasserdichtheit von 300 Metern. Eine gute Alltagsuhr muss am Handgelenk überzeugen, zuverlässig ablesbar sein und auch nach Monaten noch Freude machen.
Die DS Action ist keine zurückhaltende Dresswatch. Sie ist eine Uhr mit Präsenz, gebaut für Menschen, die eine belastbare mechanische Uhr tatsächlich tragen wollen. Gerade darin liegt ihre Stärke – mit ein paar Punkten, die man vor dem Kauf kennen sollte.
Test Certina DS Action: Der erste Eindruck
Die Certina DS Action Diver wirkt wertig, ohne geschniegelt zu wirken. Das Edelstahlgehäuse ist sauber verarbeitet, die Kanten sind klar definiert und der Wechsel aus satinierten und polierten Flächen gibt der Uhr eine angenehme Tiefe. Certina setzt bei vielen Modellen auf ein Design, das sich an klassischen Taucheruhren orientiert, aber nicht in einer bestimmten Vorlage aufgeht.
Die einseitig drehbare Lünette gehört zu den prägenden Elementen. Bei Referenzen mit Keramikeinsatz bleibt sie im Alltag besonders unempfindlich gegen Kratzer und behält ihren Glanz lange. Je nach Ausführung unterscheiden sich Material, Farbe und Skala der Lünette jedoch deutlich. Wer sich für ein bestimmtes Modell interessiert, sollte deshalb nicht nur die Produktbilder, sondern die genaue Referenz prüfen.
Am Handgelenk vermittelt die DS Action ein solides, vertrauenerweckendes Gefühl. Das ist für eine Taucheruhr positiv, kann aber bei schmalen Handgelenken auch ein Nachteil sein. Die klassische Ausführung mit 43 Millimetern Durchmesser trägt sich spürbar grösser als eine elegante Dreizeigeruhr. Die 38-Millimeter-Varianten sind daher für viele Damen, für Männer mit schlankem Handgelenk und für alle, die eine kompaktere Sportuhr bevorzugen, die überzeugendere Wahl.
Gehäuse und Armband im Alltag
Das Stahlband passt optisch gut zum Gehäuse und macht die Uhr zum verlässlichen Begleiter für Büro, Wochenende und Reise. Es bringt allerdings zusätzlich Gewicht mit. Wer eine leichtere, sportlichere Wirkung möchte, kann die Uhr mit einem passenden Kautschuk- oder Textilband neu inszenieren. Gerade bei einem blauen oder grünen Zifferblatt verändert ein Bandwechsel den Charakter erstaunlich stark.
Die verschraubte Krone sitzt geschützt zwischen den Kronenschultern. Das erleichtert die sichere Bedienung und bewahrt sie vor Stössen. Beim Einstellen fühlt sich die Krone bei den aktuellen Automatikmodellen präzise an, auch wenn sie nicht die seidenweiche Haptik einer Uhr aus einer deutlich höheren Preisklasse bieten muss. In dieser Klasse zählt vor allem: Die Bedienung ist nachvollziehbar, stabil und alltagstauglich.
Ablesbarkeit: Eine Stärke der DS Action
Eine Taucheruhr darf nicht nur gut aussehen. Sie muss Informationen schnell vermitteln. Die Certina DS Action macht das mit grossen Indizes, klar abgegrenzten Zeigern und kräftiger Leuchtmasse erfreulich gut. Auf dunklem Zifferblatt entsteht ein starker Kontrast, während helle Varianten etwas ruhiger und vielseitiger wirken.
Die Datumsanzeige ist bei vielen Versionen bei 3 Uhr platziert. Praktisch ist sie zweifellos, gestalterisch ist sie Geschmackssache. Puristen bevorzugen häufig ein Zifferblatt ohne Datum, doch für eine Uhr, die täglich getragen wird, ist die Anzeige für viele Käufer ein echter Mehrwert.
Unter Wasser oder bei Nacht ist die Leuchtkraft ausreichend, um Zeit und Orientierung auf einen Blick zu erfassen. Wer die Uhr als professionelles Instrument für regelmässige Tauchgänge einsetzen möchte, achtet zusätzlich auf die konkrete Zertifizierung seiner Referenz. Die Bezeichnung DS Action Diver steht bei entsprechenden Modellen für eine nach ISO 6425 ausgelegte Taucheruhr – das ist mehr als die oft missverstandene Angabe von 300 Metern Wasserdichtheit.
Das Werk: Powermatic 80 mit sinnvoller Reserve
Im Zentrum vieler aktueller DS-Action-Automatikmodelle arbeitet das Powermatic-80-Werk. Seine grösste praktische Stärke ist die Gangreserve von bis zu 80 Stunden. Legt man die Uhr am Freitagabend ab, läuft sie in der Regel am Montag noch weiter. Für Menschen, die zwischen mehreren Uhren wechseln, ist das wesentlich angenehmer als die klassischen rund 38 bis 42 Stunden vieler älterer Automatikwerke.
Je nach Referenz kommt eine Nivachron-Spirale zum Einsatz, die den Einfluss von Magnetfeldern im Alltag besser abfedern soll. Das ist kein Detail nur für Technikfans. Smartphone-Hüllen, Lautsprecher, Taschenverschlüsse oder magnetische Ablagen begegnen uns ständig. Eine erhöhte Widerstandsfähigkeit ist daher ein sinnvoller Bestandteil einer modernen Gebrauchsuhr.
Die Ganggenauigkeit sollte man realistisch einordnen. Eine DS Action mit mechanischem Werk ist keine zertifizierte Chronometeruhr und kann je nach Trageverhalten leicht vor- oder nachgehen. Wer maximale Präzision ohne Aufwand erwartet, findet in den Quarzversionen die passendere Alternative. Wer dagegen das mechanische Leben unter dem Saphirglas schätzt, erhält hier ein überzeugendes Werk mit sehr guter Alltagstauglichkeit.
Wie gut ist die Certina DS Action im Wasser?
Für Schwimmen, Schnorcheln und Ferien am Meer ist die DS Action bestens aufgestellt. Saphirglas, verschraubte Krone, drehbare Sicherheitslünette und die hohe Wasserdichtheit schaffen eine Ausstattung, die nicht bloss dekorativ ist. Auch die bewährte DS-Konstruktion von Certina steht seit Jahrzehnten für erhöhte Widerstandsfähigkeit gegen Wasser und Stösse.
Trotzdem gilt eine einfache Regel: Die Krone darf im Wasser nie geöffnet werden. Nach Kontakt mit Salzwasser sollte die Uhr mit klarem Süsswasser abgespült werden. Und wer regelmässig taucht, lässt die Wasserdichtheit in sinnvollen Abständen kontrollieren. Eine gute Taucheruhr ist langlebig, aber Dichtungen sind Verschleissteile.
Preis-Leistung: Wo die DS Action besonders überzeugt
Je nach Grösse, Werk, Zifferblatt und Band liegt eine aktuelle mechanische Certina DS Action häufig ungefähr zwischen CHF 850 und CHF 1’050. Quarzvarianten können günstiger ausfallen. Für diesen Bereich bietet Certina ein bemerkenswert vollständiges Paket aus Schweizer Herkunft, Saphirglas, ernstzunehmender Wasserdichtheit und moderner Automatiktechnik.
Natürlich gibt es Kompromisse. Die Verarbeitung erreicht nicht die feinsten Oberflächen eines vielfach teureren Luxusmodells, und das Design ist bewusst funktional statt filigran. Genau das macht sie aber attraktiv: Das Budget fliesst in Komponenten, die man im täglichen Gebrauch spürt. Eine lange Gangreserve, eine solide Lünette und eine echte Sporttauglichkeit sind oft wertvoller als ein besonders aufwendiger Gehäuseboden.
Im Vergleich zu modischen Uhren mit ähnlicher Optik hat die DS Action einen klaren Vorteil: Sie ist als langfristige Uhr gedacht. Sie lässt sich warten, sie verfügt über eine etablierte technische Basis und sie ist nicht nach einer Saison gestalterisch überholt.
Für wen lohnt sich die Certina DS Action?
Die DS Action passt besonders gut zu Käuferinnen und Käufern, die eine einzige hochwertige Sportuhr suchen und sie nicht schonen möchten. Sie funktioniert zum Strickpullover ebenso wie zu Jeans, Hemd oder leichter Outdoor-Jacke. In der kleineren Variante kann sie auch an einem eleganteren Handgelenk erstaunlich ausgewogen wirken, vor allem mit einem ruhigen schwarzen, silbernen oder blauen Zifferblatt.
Weniger passend ist sie für Menschen, die möglichst flache Uhren lieben oder eine diskrete Uhr für formelle Anlässe suchen. Auch wer ausschliesslich einen präzisen Zeitmesser ohne Wartungsaufwand möchte, sollte die Quarzausführung ernsthaft in Betracht ziehen. Die bessere Wahl ist nicht automatisch die mechanische, sondern diejenige, die zum eigenen Alltag passt.
Wer bei der Grösse unsicher ist, sollte die 43- und 38-Millimeter-Version direkt vergleichen. Auf Fotos wirkt der Unterschied klein, am Handgelenk entscheidet er oft darüber, ob aus einer guten Uhr die richtige Uhr wird. Die Certina DS Action belohnt eine solche sorgfältige Wahl mit einem selten gewordenen Gefühl: Schweizer Uhrmacherkultur, die man nicht nur bewundert, sondern jeden Tag unbeschwert nutzt.




