Johannes Itten wurde am 11. November 1888 in Wachseldorn im Kanton Bern (Schweiz) geboren lebte bis zum 25. März 1967. Er starb in Zürich. Itten war ein echtes Multitalent und machte sich als Maler, Kunsttheoretiker, Kunstpädagoge und Designer einen Namen. Auch war er lehrender Meister am Bauhaus in Weimar. Die Kunstwelt rechnet ihn zur Zürcher Schule der Konkreten. Er entwickelte eine spezielle Farbenlehre, die auch in das Design seiner berühmten Uhr Mondaine Spectrum einfloss. Itten ist der Begründer der Farbtypenlehre.
Ittens Kindheit und Jugend
Johannes Itten kam als Sohn eines Lehrers und Bergbauern zur Welt. Vier Jahre später starb sein Vater, mit sieben Jahren verlor er seinen Bruder. Der Alltag auf dem Bauernhof mit einem strengen Stiefvater war hart. Mit zehn Jahren zog er zu seinem Onkel in Thun, der ihm eine gute Ausbildung ermöglichte. Ab 1904 lernte er am Lehrerseminar in Hofwil. Hier kam er mit den Ideen der progressiven Reformpädagogik in Berührung. Nach einer kurzen Zeit als Lehrer in einem kleinen Dorf studierte Itten ab 1909 an der Kunsthochschule in Genf. Da diese Zeit eine Enttäuschung für ihn war, kehrte er nach Bern zurück und wurde dort als Sekundarlehrer ausgebildet. Seine Fächer waren Chemie, Physik und Mathematik. Ab 1912 besuchte er einen Kurs bei Eugène Gilliard, der sein Interesse für geometrische Formen und Kontraste weckte.
Die Stuttgarter Zeit
Im Jahr 1913 zog Itten für drei Jahre nach Stuttgart. An der Stuttgarter Akademie war er Schüler Adolf Hölzels und wurde mit dem Hölzel-Kreis bekannt. Für eine große Stuttgarter Ausstellung stellte Hölzel den Expressionisten-Saal zusammen. Itten war dabei mit einem Werk vertreten. Zwei Jahre später kam es zu der Ausstellung „Hölzel und sein Kreis“, zu der auch Itten einige Werke beitrug. Hölzel war für Itten der ruhende Pol in der komplizierten Symbolform. Itten übernahm seine Kontrastlehre und auch die Farbkontrastlehre, außerdem die Bildanalysen und die Versuche mit abstrakten Collagen.
Wien und Weimar
Im Ersten Weltkrieg verschlug es Itten nach Wien, wo er Walter Gropius kennenlernte. Dieser machte ihn zu einem der ersten Lehrer am Staatlichen Bauhaus in Weimar. Bis 1923 war Itten dort als Lehrender Meister tätig. Nach einem Streit mit Gropius musste er das Bauhaus wieder verlassen. Anschließend trat Itten der Mazdaznan-Tempel-Gesellschaft in Herrliberg bei, die eine Mischung aus christlicher, zarathustrischer und hinduistischer Religion ist und gründete die Ontos-Kunstschule. Im Jahr 1926 gründete Itten eine eigene Schule in Berlin, die von den Nationalsozialisten geschlossen wurde. Nach mehreren Stationen in Deutschland und den Niederlanden erhielt er 1938 seinen Ruf an die Kunstgewerbeschule Zürich und blieb deren Direktor bis 1954. Ittens didaktische Methoden beruhten auf seinen Erfahrungen als Kunstturner. Er verschmolz die Trainingslehre mit dem Lernen von Fertigkeiten.
Privates
Johannes und Anneliese Itten bekamen zwei Söhne und eine Tochter. Marion Lichardus-Itten ist Prähistorikerin und Leiterin der Johannes-Itten-Stiftung. Diese befindet sich im Kunstmuseum Bern.
Ittens Farblehre
Es war seine Arbeit mit Studenten am Bauhaus, die Itten dazu inspirierte, seine Farbtypenlehre zu entwickeln. Er führte Studien zur Wirkung von Farben durch. Sein Hauptaugenmerk war dabei die Frage, wie Farben Formen zugeordnet werden konnten, und umgekehrt. Sein Hauptwerk hierzu heißt „Die Kunst der Farbe“ und stammt von 1961. Es dient bis heute vielen Kunsthochschulen als Basis für die Farbtypenlehre.
Die Benennung einer Münchner Straße nach Itten scheiterte wegen der Nähe des Mazdaznans zum Nationalsozialismus. Johannes Itten wurde auf dem Friedhof Hönggerberg in Zürich begraben.
Bekannteste Uhren: Omega Art, Mondaine Art
Beispiel 1997:

Eine Übersicht über seine Werke finden Sie auf ⬈ eMuseum.ch

