Christian Dior

Christian Dior wurde am 21.01.1905 im französischen Granville geboren. Dieser Ort liegt in der Normandie. Er lebte bis zum 24.10.1957 und starb in Montecatini Terme in Italien, wahrscheinlich an einem Herzinfarkt.

Dior gründete sein Modeimperium in Paris und erwarb sich internationalen Ruhm und Anerkennung.

Der berühmte Modedesigner war keineswegs ein Paradiesvogel, der auf dem roten Teppich brillierte. Man kannte ihn als schüchternen, zurückhaltenden Mann, der sich unter den Augen der Öffentlichkeit oft nicht wohlfühlte. Er war homosexuell, aber dieser Umstand wurde zu seinen Lebzeiten kaum diskutiert. Eine breite Akzeptanz von Homosexuellen lag zur damaligen Zeit noch in utopischer Ferne.

Im Jahr 1953 wurde Yves Saint Laurent Diors Assistent. Nach dem Tode des Meisters wurde er auch dessen Nachfolger als Chef-Designer des Hauses. Diors Vergabe von Lizenzen für Accessoires, Strümpfe und kosmetische Produkte galt als revolutionär und wegweisend. Viele Modehäuser gingen nach ihm einen ähnlichen Weg.

Diors Anfänge

Christian Diors Vater war ein Industrieller – von ihm schien er das Gespür für wirtschaftliche Zusammenhänge geerbt zu haben. Als Dior die Schule beendet hatte, ließ er sich für den diplomatischen Dienst ausbilden, und zwar in der Richtung Politikwissenschaft. Obwohl sein eigentlicher Berufswunsch der des Architekten war, absolvierte er diese auch mit Abschluss.

Später versuchte er sich als Galerist in Paris. Sein Vater ermöglichte ihm dies mit finanzieller Unterstützung. Der väterliche Betrieb ging aber in der Folge der Weltwirtschaftskrise 1931 bankrott. Daraufhin musste sich Dior finanziell unabhängig machen und entwarf Hutmode für die Modesparte der Zeitung Le Figaro. Er fertigte Entwürfe für Mode an, die ihn bei Pariser Modehäusern für den gehobenen Geschmack bekannt machten.

Robert Piguet, ein Schweizer Modedesigner der damaligen Zeit, stellte Dior 1938 an, damit er Mode für ihn entwarf. Dior konnte herausragend gut zeichnen und malen. Eine von Diors damaligen Schöpfungen wurde auf dem Circus Ball in Versailles von der Kosmopolitin Aimée de Heeren aus Brasilien getragen. Coco Chanel stellt sie auf dem Ball Marcel Boussac vor, der später in Dior investieren sollte. Der Ball zählte zu den letzten großen Festen vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges.

Der Zweite Weltkrieg und die Folgen

Im Zweiten Weltkrieg musste Dior als Soldat seinen Dienst verrichten. Im Jahr 1941 ließ er sich im Süden Frankreichs nieder und führte eine Obstplantage. Aber noch vor Kriegsende ging er wieder nach Paris. Hier gehörte er zum Team von Lucien Lelong und arbeitete mit Pierre Balmain zusammen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges trat Marcel Boussac wieder in sein Leben. Dior wurde der leitende Modedesigner des neuen Modehauses für Haute-Couture-Mode, dass Boussac finanzierte.

Haute-Couture-Mode von Dior

Investiert wurden in das Modehaus, das den Namen Christian Dior S. A. tragen sollte, 60 Millionen Francs. Das Atelier richtete Dior in der Avenue Montaigne ein, einer der elegantesten Adressen von Paris. Das Hauptgeschäft von Dior ist heute noch an dieser Stelle zu finden. Im Februar 1947 präsentierte Dior seine erste Kollektion, die sofort frenetisch gefeiert wurde. Die Chefredakteurin des Harpers Bazaar, die Carmel Snow hieß, sprach begeistert vom „New Look“. Diese Bezeichnung sollte an Dior hängen bleiben.

Diors Mode erkannte man sofort an der schmalen Taille und einem Oberteil, das die Figur betonte und teilweise mit einem Korsett versehen war. Die Röcke waren dagegen weit gehalten und verliehen den Trägerinnen einen gewissen Schwung. Dabei waren seine Kreationen immer sehr weiblich und elegant gehalten. Kritische Stimmen raunten zwar, Dior verschwende Ressourcen, die in der Nachkriegszeit immer noch knapp waren, und entwerfe betont weibliche Mode in einer Zeit, in der der Feminismus seinen Siegeszug antrat – aber dies tat seinem Erfolg keinen Abbruch. Seine Stilrichtungen und Designs erreichten auch den Massenmarkt und damit auch die nicht-prominente Frau. Dies stärkte nicht nur den Ruhm des Modehauses Dior, sondern auch den Ruhm von Paris als Modehauptstadt. Der deutsche Fotograf Willy Maywald hielt die Modenschauen in Bildern fest.

Jahr für Jahr legte Dior einen neuen Stil fest, der immer gerne akzeptiert und kopiert wurde. Coco Chanel allerdings war nicht so begeistert über die Feminität der Kollektionen und fand sie unpraktisch. Sie selbst stand ja eher für einen emanzipierten, alltagstauglichen Stil.

Schon seit 1947 kreierte Dior auch Düfte. Dior vergab viele Lizenzen rund um den Globus – und festigte so den Ruhm und Erfolg seines Unternehmens. Das Parfum Miss Dior gibt es noch heute und gilt längst als Klassiker.
Christian Diors Uhrendesign verstand es auf geschickte Weise, Eleganz mit Modernität zu verknüpfen. Damit wurden Klasse und Romantik wieder tragbar auch für moderne Frauen.

Viele Berühmtheiten ließen sich vom bekanntesten Modeschöpfer seiner Zeit einkleiden, beispielsweise:

Soraya von Persien
Queen Elisabeth II. und ihre Schwester Prinzessin Margaret
Evita Peron
Marlene Dietrich, Olivia de Havilland und Rita Hayworth

Diors früher Tod

Dior starb am 24.10.1957 im italienischen Kurort Montecatini Terme. Wahrscheinlich war die Todesursache ein Herzinfarkt – er hatte zuvor bereits zwei Herzinfarkte erlitten. Genau wurde sein Ableben aber nie geklärt. Dior galt als passionierter Gourmet.
Die Beerdigung war ein wahrer Trauerzug, an dem u. a. die Herzogin von Windsor teilnahm, ebenso Jean Cocteau und 2’000 weitere Trauernde in der Kirche und mehrere Tausend draußen. Mit einer unvorstellbaren Menge an Blumen erwiesen sie dem Verstorbenen die letzte Ehre in der Kirche Saint-Honoré-d’Eylau von Paris.

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